Das wechselhafte Juni Wetter stellte Hermann und Sepp auf eine Geduldsprobe, bis sie es letztes Wochenende wagten, die Königstour Klafferkessel mit Übernachtung auf der Preintaler Hütte zu unternehmen.
Da es Samstagfrüh in Schladming noch regnete gönnten sich die Beiden dort noch einen Kaffee beim Bäcker. Zum Start vom Seeleiten-Parklpatz, Wilde Wasser am Riesachwasserfall, lichteten sich die Wolken ein wenig und die Wanderung entlang des Steinriesenbach zur Gollinghütte konnte beginnen. Der durch den Regen der vergangenen Tage reißende Gebirgsbach neben der Forststraße machte dem Titel „Wilde Wasser“ alle Ehre. Und auch die unzähligen Wasserfälle, von den steilen Wänden des Untertales herabschießend, boten mit der leuchten grünen Vegetation ein beeindruckendes Ambiente. Nach zwei Stunden, kurz vor der Gollinghütte, ging nochmal ein Regenschauer nieder und man gönnte sich eine Einkehr bevor die eintausend Höhenmeter zum Greifenberg in steilem Gelände in Angriff genommen wurde. Bei wunderbaren Tiefblicken ins Untertal konzentriert höher steigend, erreichten die Bergsteiger bald den mit Schneeresten flankierte Sattelsee, unterhalb des Gipfels. Wenig später dann das Gipfelkreuz auf 2618 Metern. Von hier aus ging es jetzt nur mehr abwärts Richtung Preintaler Hütte. Der abwechslungsreiche Abstieg führte die Wanderer durch das beeindruckende Naturschutzgebiet Klafferkessel, einem ehemaligen Gletscherboden mit ca. dreißig Seen unterschiedlicher Größe, die teilweise bis in den Sommer noch gefroren sind.
Nach fast acht stündiger Wanderung freuten sich Hermann und Sepp, die auf gut sechzehnhundert Meter gelegenen Hütte, zu sehen. Nach ausgiebigem Abendessen und einer erholsamen Nacht war am nächsten Vormittag der Besuch der Sonntagskarseen geplant. Diesen Geheimtipp bekam man tags zuvor vom freundlichen Bediensteten der Mautstelle. Der zweieinhalb stündige Ausflug hatte sich vollauf gelohnt. Auch hier bot sich ein beeindruckendes Naturerlebnis mit unzähligen Wasserfällen, schönen Seen, wilden Bächen und wunderbarer Bergkulisse.
Zurück auf der Preintaler Hütte, die Rucksäcke aufnehmend, stiegen die Bergfreunde dann entlang des Riesachbaches zum großen Riesachsee ab. Vom Seeauslauf führt wahlweise eine Forststraße oder etwas spannender der eingerichtete Alpinsteig „Höll“ zum Parkplatz. Der Steig beeindruckt mit einer Hängebrücke, weiteren sechs Brücken, fünfzehn Stahlstiegen, knapp 200 Höhenmeter entlang- bzw. über den großen Riesachwasserfall. Eine verdiente Brotzeit auf der Gfölleralm vor der Heimfahrt rundeten das Wochenende mit absolvierten 27 Kilometer, 2100 Höhenmeter und unvergesslichen Naturerlebnissen ab.